Infertilität / Unfruchtbarkeit

Allgemein

Von Unfruchtbarkeit spricht man, wenn es bei einem Paar trotz regelmässigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr während 1 Jahr nicht zu einer Schwangerschaft kommt. 15–20% aller Paare sind davon betroffen. In 30% der Fälle liegen die Ursachen beim Mann und in weiteren 30% bei beiden Partnern.

Die Gründe für eine Unfruchtbarkeit beim Mann sind vielseitig und meistens multifaktoriell. Die Samenproduktion ist ein komplexer, hormongesteuerter Vorgang, an dem mehrere Organe beteiligt sind. Entsprechend anfällig ist das Gleichgewicht dieses Systems.

Mögliche Ursachen sind hormonelle Störungen, Spermienbildungsstörungen, Entzündungen im Hodenbereich, Hodenhochstand, Gefässmissbildungen (Krampfadern), Vernarbungen im Nebenhoden oder Samenleiter, Einflüsse von Chemikalien, Medikamenten, Rauchen, Hitze oder Folgen von Operationen.

Abklärung und Therapie

Wichtig ist vor allem, therapeutisch beeinflussbare Ursache der ungewollten Kinderlosigkeit zu finden. Zuerst fragt der Urologe eingehend nach der Krankheitsgeschichte und den Lebensumständen. Bei einer gründlichen körperlichen Untersuchung, welche einen Ultraschall mit einschliesst, wird nach eventuell vorhandenen Auffälligkeiten, Wasser- oder Leistenbrüchen und Krampfadern des Hodens gesucht.

Bei den Laboruntersuchungen steht vor allem das Spermiogramm im Vordergrund. Es gibt Auskunft über Volumen, Anzahl und Beweglichkeit der Samenzellen (Spermien). Ergänzend werden im Blut verschiedenen Hormonspiegel bestimmt.

Eine konkrete Ursache der Infertilität kann in den überwiegenden Fällen nicht gefunden werden. Daher ist eine gezielte Therapie manchmal nicht möglich. Allerdings sollten vorhandene Ursachen, wenn möglich beseitigt werden. So können z. B. Hodenkrampfadern einfach operativ beseitigt werden.

Zu empfehlen sind sogenannte unterstützende allgemeine Massnahmen: ausgewogene, eiweiss- und vitaminreiche Ernährung, Alkohol nur in kleinen Mengen, Rauchen aufgeben, kein exzessiver Leistungssport, nicht zu viele Saunabesuche. Vermieden werden sollten auch Chemikalien und ionisierende Strahlen. Ungesunder Stress im Berufsleben zählt ebenfalls zu den möglichen Risikofaktoren.

Wenn diese Massnahmen keine Besserung bringen oder keine konkrete Ursache bei weiterhin ausbleibendem Kinderwunsch gefunden werden kann, können Therapieoptionen verschiedener Reproduktionstechniken in die individuellen Erwägungen herangezogen werden. Hierfür arbeiten wir sehr eng mit der Klinik der Reproduktionsendokrinologie zusammen. Aber grundsätzlich ist bei einer ausbleibenden Schwangerschaft die Untersuchung des Paares indiziert. Für eine uro-andrologische Abklärung des Mannes stehen wir gerne zur Verfügung, um alle möglichen Therapiemöglichkeiten gemeinsam ausschöpfen zu können.