Therapieformen

In Abhängigkeit der Form der Urininkontinenz oder Blasenfunktionsstörung können verschiedene Therapien angeboten werden. Das Spektrum reicht von konservativen Therapien, über Physiotherapie, medikamentöse Therapie, elektrische Therapien bis hin zu Operationen.

Elektrische Therapien
  • Sakrale Neuromodulation (SNM): Bei dieser minimal invasiven SNM, werden in einem ersten Schritt in örtlicher Betäubung Elektroden am Rücken beim Kreuzbein implantiert. Kommt es in einer mindestens zweiwöchigen Testphase zur Besserung der Blasenfunktionsstörung, wird in einem zweiten Schritt der Neuromodulator im Hüftbereich implantiert. Die Batterie hält 3 - 8 Jahr. Bei negativer Testphase werden die Elektroden wieder explantiert werden. Die sakrale Neuromodulation stellt eine Pflichtleistung der Krankenkasse dar. Die SNM weist eine Erfolgsrate von bis zu 80% auf.

  • Perkutane tibiale Nervenstimulation (PTNS): Bei dieser elektrischen Therapie wird über eine Akupunkturnadel und eine Elektrode im Bereich des linken oder rechten Fusses 1x/ Woche während 30 Minuten Strom appliziert. Die Therapie erfolgt während insgesamt 12 Wochen und wird ambulant in der Poliklinik durchgeführt. Anschliessend muss sie je nach Erfolg alle 2 - 4 Wochen wiederholt werden. Die PTNS weist eine Erfolgsrate von bis zu 60% auf.

Medikamentöse Therapien

Verschiedene Medikamente können sowohl bei der Belastungs- als auch der Dranginkontinenz eingesetzt werden. Welches verwendet werden soll kann nach durchgeführter Urodynamik beurteilt werden.

Operationen

Je nach Form der Urininkontinenz können den Patienten Bandoperationen, künstliche Schliessmuskel (AMS-800® Prothese) oder ein Kombination aus beiden Operationen (ATOMS® Prothese) angeboten werden.

Beckenbodenphysiotherapie

Je nach Form und Grad der Urininkontinenz kann bereits eine regelmässige und professionelle Beckenbodenphysiotherapie zur deutlichen Verbesserung der Beschwerden führen.

       

Wichtig ist, dass zunächst eine genaue Beurteilung der Blasenproblematik beziehungsweise des Patienten erfolgt, um so die bestmögliche Therapie anbieten zu können.